Gladbeck in Nordrhein-Westfalen
Die Stadt Gladbeck liegt im nördlichen Ruhrgebiet im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und ist eine große kreisangehörige Stadt des Kreises Recklinghausen im Regierungsbezirk Münster.

Geografie:


Räumliche Lage
Gladbeck liegt im Ruhrgebiet und gehört zur sogenannten Emscherzone, die vergleichsweise spät vom Bergbau erfasst wurde. Die Stadt ist Bestandteil der Metropole Ruhr.
Im Norden wird der zum Stadtgebiet gehörende Weiler Breiker Höfe von den Nachbarstädten Bottrop, Dorsten und Gelsenkirchen.umgeben. Im Süden grenzt die Stadt an Essen.
Gladbeck hat die folgenden Stadtteile:
  • Mitte, Ellinghorst: PLZ 45964
  • Alt-Rentfort, Rentfort-Nord, Schultendorf, Zweckel: PLZ 45966
  • Brauck, Rosenhügel, Butendorf: PLZ 4596
Vorindustrielle Gesellschaft
Frühgeschichtliche Funde zeigen eine Besiedlung schon um 2000 v. Chr.
Zuerst erwähnt wird Gladbeck in einem Heberegister des Klosters Werden vom Anfang des 10. Jahrhunderts als Gladbeki. Am 3. Mai 1020 (richtig 1019) soll Erzbischof Heribert von Köln den Hof in Gladbeck, nachmals Allinghof, dem Kloster Deutz geschenkt haben. Hierbei handelt es sich um eine Fälschung. Belege und Nachweise bei Paul Derks: Die Siedlungsnamen der Stadt Gladbeck, 2009. Es könnte „Siedlung am glänzenden, glitzernden Bach (glad = hell, glänzend, klar; beck = bach) bedeutet haben. Da ist bei der Auflistung von Besitztümern, später ergänzt durch Notizen im Werdener Liber privilegiorum maior aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, von Gladbeki bzw. Gladebeke die Rede. Spekulationen über völlig andere Namensdeutungen (Waldbach, Gerichtshügel) sind weniger plausibel.
Das Dorf mit den fünf Bauernschaften (siehe unten) gruppierte sich um die St.-Lamberti-Kirche. Es gehörte von 1180 bis 1802 zum Vest Recklinghausen und war so die längste Zeit verbunden mit Kurköln. Nach der Zeit von Napoleon geriet die Gegend 1815 an Preußen.

Zeit des Kohleabbaus 1873–1971
Die erste Zeche wurde ab 1873 abgeteuft, ab 1878  Kohle gefördert. Die kleine Dorfgemeinde wuchs zu einer mittelgroßen Industrieansiedlung, die im Juli 1919 die Stadtrechte erhielt (als „jüngste Stadt Neu-Deutschlands“, wie das Lokalblatt schrieb). Sie hatte zwischenzeitlich fünf Schachtanlagen. Die Jahre 1925–1929 hatten etwas von einer kleinen Blütephase an sich, in der trotz aller Schwierigkeiten wichtige Bauvorhaben realisiert werden konnten, zum Beispiel:
  • das Freibad,
  • die Neuanlage von Schloß Wittringen,
  • der Jovyplatz mit Verwaltungsbauten und
  • das Stadion, die"Vestische Kampfbahn".
1928 verdrängte der Sexualmord an dem 19-jährigen Gladbecker Abiturienten Helmut Daube den Transatlantikflug des Luftschiffes Graf Zeppelin aus den Schlagzeilen.
Wie alle deutschen Städte wurde Gladbeck nach der Machtergreifung Hitlers 1933 gleichgeschaltet, und zwar unter dem bereits vorher gewählten konservativen Bürgermeister Hackenberg, der sogleich in die NSDAP eintrat. Wie viele deutsche Städte wurde Gladbeck im Krieg stark zerstört, im Innenstadtbereich zu 43 Prozent. Damit zählte es zu den am stärksten zerstörten Städten im Ruhrgebiet.
Bis 1960 stieg die Einwohnerzahl auf bis zu 84.000 und liegt nun bei ungefähr 77.000. Die letzte Gladbecker Zeche, Graf Moltke, wurde 1971 geschlossen, seit dieser Zeit bemüht sich Gladbeck um den Strukturwandel und kämpft gegen die Arbeitslosigkeit.

Kommunale Neuordnung und jüngere Geschichte seit 1975
Bei der Kommunalen Neuordnung in Nordrhein-Westfalen (1975) kam die kreisfreie Stadt Gladbeck zusammen mit dem Dorf  Kirchhellen (Kreis Recklinghausen) zur Nachbarstadt Bottrop. Gegner der Neuordnung bemängelten die geringe Siedlungsgeschlossenheit an der Grenze zwischen Gladbeck und Bottrop und führten an, dass Bottrop nur wenig größer war als Gladbeck. Ihr Slogan: „ GlaBotKi is nich“.
Das Oberverwaltungsgericht  Münster, das vom ehemaligen Gladbecker Oberstadtdirektor Rump angerufen wurde, befand im "Nikolaus-Urteil" vom 6. Dezember 1975, dass Bürgernähe und höhere Verwaltungseffizienz − die Begründung für die Neuordnung − nicht gegeben seien. Die Vereinigung wurde rückgängig gemacht und die Gemeinderatswahl von 1975 zum („Groß-“) Bottroper Gemeinderat für ungültig erklärt.
Seit dem 1. Juli 1976 gehört Gladbeck dem Kreis Recklinghausen an, dabei ist die Grenze mit Dorsten und daher mit dem übrigen Kreisgebiet weniger als 500 Meter lang. Wer mit dem PKW von Gladbeck in den Rest des Kreises fahren will, muss ihn vorher verlassen, was diese Stadt zu einer Art Exklave des Kreises macht.
Im August 1988 geriet Gladbeck bundesweit in die Schlagzeilen, als eine Bankfiliale im Stadtteil Rentfort überfallen wurde und es zu einer Geiselnahme kam. Bei diesem als Gladbecker Geiseldrama bekannt gewordenen Verbrechen starben drei Menschen.
Test QUELLE: WIKIPEDIA 2014