Bottrop in Nordrhein-Westfalen
Die kreisfreie Stadt Bottrop liegt im Nordwesten des Ruhrgebiets in Nordrhein-Westfalen. Verwaltungsmäßig gehört sie zum Regierungsbezirk Münster. Sie ist Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe und im Regionalverband Ruhr.

Geografie:


Räumliche Lage
Die Stadt Bottrop liegt auf den welligen südwestlichen Ausläufern des Recklinghäuser Landrückens unmittelbar nördlich der Emscher am Südrand des Naturparks Hohe Mark. Der Rhein-Herne-Kanal bildet im Süden die Stadtgrenze zu Essen. Parallel dazu fließt 100 Meter weiter nördlich die Emscher von Ost nach West. DieBoye entspringt nördlich von Grafenwald, bildet auf einem längeren Stück die Stadtgrenze zu Gladbeck und wendet sich schließlich nach Süden, um an der Essener Stadtgrenze in die Emscher hochgepumpt zu werden; ein Großteil der Boye und ihrer Zuflüsse werden noch als offene Abwassergräben in Betonschalen geführt. Zur Zeit findet eine aufwändige Renaturierung des Boye-Systems durch die Emschergenossenschaft statt. In der Landesplanung ist Bottrop als Mittelzentrum ausgewiesen.

Stadtgebiet
Die Gesamtfläche des Stadtgebietes beträgt rund 101 Quadratkilometer. Die maximale Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung liegt bei 17 Kilometern, in West-Ost-Richtung bei 9 Kilometern. Der höchste Punkt des Stadtgebiets liegt 78 m ("In der Schanze"), der tiefste Punkt 26 m ("Haverkamp") über NN.
Das Stadtgebiet Bottrops besteht aus den drei Stadtbezirken Bottrop-Mitte, Bottrop-Süd und Bottrop-Kirchhellen. In jedem Stadtbezirk gibt es eine Bezirksvertretung. Vorsitzender der Bezirksvertretung ist der Bezirksbürgermeister.
Neben den Stadtbezirken werden folgende Stadtteile unterschieden, deren Namen sich aus alten Ortsbezeichnungen oder aufgrund der heutigen Besiedelung ergeben:
  • Bezirk Bottrop-Mitte: Eigen, Fuhlenbrock, Stadtmitte
  • Bezirk Bottrop-Süd: Batenbrock, Boy, Ebel, lehmkuhle, Vonderort, Welheim und Welheimer Mark
  • Bezirk Bottrop-Kirchhellen: Ekel, Feldhausen, Grafenwald, Hardinghausen, Holthausen, Kirchhellen, Overhagen
Für statistische Zwecke ist Bottrop darüber hinaus in folgende statistische Bezirke unterteilt (amtl. Nummern in Klammern):
Altstadt (11), Nord-Ost (12), Süd-West (13), Fuhlenbrock-Heide (21), Fuhlenbrock-Wald (22), Stadtwald (31), Eigen (32), Batenbrock-Nord (41), Batenbrock-Süd (42), Boy (51), Welheim (52), Ebel/Welheimer Mark (61), Süd (62), Kirchhellen-Mitte (71), Kirchhellen-Süd/Grafenwald (72), Kirchhellen-Süd-West (73), Kirchhellen-Nord-Ost (74).

Nachbargemeinden/-städte

Die Stadt Bottrop grenzt im Norden an die Gemeinde Schermbeck im Kreis Wesel sowie die  Stadt Dorsten und im Osten an die Stadt Gladbeck, beide im Kreis Recklinghausen, im Süden an die kreisfreie Stadt Essen, im Westen an die kreisfreie Stadt Oberhausen und die Stadt Dinslaken sowie die Gemeinde Hünxe, beide im Kreis Wesel.

Geschichte
Der Name der Stadt leitet sich aus dem mittelalterlichen Namen Borthorpe her, was soviel wie „Dorf am Hügel“ bedeutet. 1092 wird die Siedlung erstmals in den Besitzregistern des Klosters Werden erwähnt. 1253 wird die Kommende Welheim des Deutschen Ordens gegründet und um 1340 wird die Knippenburg errichtet. 1423 erhält Bottrop das Marktrecht. Die Siedlung gehört zum Vest Recklinghausen des Kurfürstentums Köln und besitzt durch ihre Lage eine gewisse Bedeutung als Marktort, da in Bottrop der „Vestische Hellweg“, eine historische Verbindung zwischen Recklinghausen und dem Rheinland, mit der Straße nach Dorsten zusammentrifft. 1796 wird die Baumwollspinnerei Lichtenhagen gegründet. Das gesamte Kirchspiel Bottrop untersteht dem kurkölnischen Stadthalter des Vestes Recklinghausen. 1811, unter französischer Herrschaft, kommt Bottrop zum Großherzogtum Berg. Hier bildet es mit Osterfeld eine gemeinsame Mairie. Kirchhellen ist eine eigene Mairie.
Am 23. April 1816 gelangt Bottrop an Preußen (Provinz Westfalen) und wird dem Kreis Recklinghausen zugeordnet. Ab 1821 bildet Bottrop zusammen mit Osterfeld, heute zu  Oberhausen gehörig, die Bürgermeisterei Bottrop, welche mit Kirchhellen einen gemeinsamen Amtsverband bildet. 1843 wird dann die westfälische Landgemeindeordnung eingeführt.
Mit Abteufung der Zeche Prosper I beginnt 1856 die Zeit des Steinkohlenbergbaus in Bottrop. 1892 wird Osterfeld ein eigenes Amt. 1919 erhält Bottrop durch Erlass des preußischen Staatsministeriums vom 21. Juli die Stadtrechte. Knapp eineinhalb Jahre später, zum 1. Januar 1921, scheidet die junge Stadt aus dem Kreis Recklinghausen aus und wird eine Kreisfreie Stadt. 1929 wird das Stadtgebiet durch Eingliederung von Vonderort (bis dahin zu Osterfeld gehörig), Ebel (zu Essen-Borbeck gehörig) und Teilen von Karnap (Essen) vergrößert.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden in Bottrop Ziele wie die alten Hülswerke angegriffen, wo heutzutage das Möbelhandelshaus Ostermann eine große Filiale hat. Die Hülswerke waren ein wichtiges Ziel, da dort aus Kohle Diesel für Rüstungszwecke gewonnen wurde. Insgesamt starben während des Krieges in Bottrop circa 300 Menschen.

Gebietsreform
Im Zug des 2. Neugliederungsprogramms in  Nordrhein-Westfalen wurden zum 1. Januar 1975 die kreisfreien Städte Bottrop und Gladbeck sowie die kreisangehörige Gemeinde Kirchhellen des Kreises  Recklinghausen zur neuen Stadt Bottrop zusammengeschlossen. Für das neue Gebilde entstand umgangssprachlich der Kunstname “GlaBotKi".
Die Stadt Gladbeck klagte gegen diesen Zusammenschluss und erreichte eine Korrektur der Gebietsreform in dem so genannten Nikolausurteil vom 6. Dezember 1975. Die damalige Landesregierung erwog im Frühjahr 1976 eine Eingemeindung von Bottrop nach Essen. Am 1. Juli 1976 wurde Gladbeck eine kreisangehörige Stadt des Kreises Recklinghausen, und Kirchhellen wurde schließlich wieder in die Stadt Bottrop, die damit ihre heutige Ausdehnung erreichte, eingegliedert.

Einwohnerentwicklung
Bevölkerung (Stand: 31. Dezember 2006) 
0–17 Jahre 17,6 %
18–64 Jahre 61,9 %
ab 65 Jahre 20,5 %
Ausländeranteil
9,4 %
Über mehrere Jahrhunderte war Bottrop ein kleines Dorf mit einigen Hundert Einwohnern. Erst im 19. Jahrhundert setzte mit der Industrialisierung ein starkes Bevölkerungswachstum ein. 1800 hatte Bottrop etwa 2.000 Einwohner, hundert Jahre später waren es schon 25.000. Bis 1911 verdoppelte sich diese Zahl auf 50.000. Im Jahre 1953 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.
Am 1. Januar 1975 erreichte die Bevölkerungszahl von Bottrop durch die Eingemeindung von Gladbeck (81.868 Einwohner 1974) und Kirchhellen (14.759 Einwohner 1974) mit 198.972 ihren historischen Höchststand. Am 1. Juli 1976 wurde Gladbeck wieder ausgegliedert.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die vom Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW ermittelte „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1584 900
1782 1.661
1805 2.178
1818 2.214
1830 2.739
3. Dezember 1858 ¹ 3.871
1. Dezember 1871 ¹ 5.396
1. Dezember 1880 ¹ 7.724
1. Dezember 1890 ¹ 13.595
1. Dezember 1895 ¹ 18.015
1. Dezember 1900 ¹ 24.847
1. Dezember 1905 ¹ 34.284
Jahr Einwohner
01. Dezember 1910 ¹ 47.162
01. Dezember 1916 ¹ 67.294
05. Dezember 1917 ¹ 68.210
08. Oktober 1919 ¹ 71.139
16. Juni 1925 ¹ 77.197
16. Juni 1933 ¹ 86.218
17. Mai 1939 ¹ 83.385
31. Dezember 1945 78.564
29. Oktober 1946 ¹ 80.724
13. September 1950 ¹ 93.268
25. September 1956 ¹ 104.816
06. Juni 1961 ¹ 111.548
Jahr Einwohner
31. Dezember 1965 113.746
27. Mai 1970 ¹ 106.657
31. Dezember 1975 ² 197.855
31. Dezember 1980 114.571
31. Dezember 1985 112.487
25. Mai 1987 ¹ 114.640
31. Dezember 1990 118.936
31. Dezember 1995 120.642
31. Dezember 2000 120.611
31. Dezember 2005 119.356
31. Dezember 2008 117.756
01. Januar 2030 ³ 109.775
¹ Volkszählungsergebnis
² Vom 1. Januar 1975 bis 30. Juni 1976 gehörte Gladbeck zu Bottrop (siehe: GlaBotKi)
³ Bevölkerungsvorausberechnung (Landesdatenbank NRW)

Ruhrpolen
Bottrops Gemeinde zählte im Jahr 1875 6.600 Einwohner, bis 1900 vervierfachte sich die Zahl, 40 Prozent der Bevölkerung waren polnischer Abstammung. - siehe hierzu auch Ruhrpolen. 1915 wiederum zählte Bottrop 69.000 Einwohner, die einheimische westfälische Wohnbevölkerung stellte die Minderheit dar. 1911 stellen die Migranten 36 Prozent der Belegschaften der Zechen. (Heckmann 1992:19).

Religionen
Bottrop gehörte von Anfang an zum Erzbistum Köln und war zunächst dem Archidiakonat Dortmund (bis 1612) und dann dem Dekanat Vest Recklinghausen unterstellt. Die politische Zugehörigkeit zum Vest Recklinghausen und damit zum Kurfürstentum Köln ist Ursache dafür, dass die Reformation nicht Fuß fassen konnte. Daher blieb Bottrop über Jahrhunderte eine katholische Gemeinde. Die einzige Pfarrkirche des Ortes war St. Cyriakus. Nach dem Übergang an Preußen (1815) wurden auch die kirchlichen Strukturen neu geregelt. So kam die Pfarrgemeinde 1821 zum Bistum Münster. Das starke Wachstum der Gemeinde führte 1861/1862 zum Neubau einer größeren St.-Cyriakus-Kirche. Ab 1864 gehörte die Pfarrei zum Dekanat Dorsten. Bis 1919 entstanden fünf weitere katholische Kirchen, St. Johannes (1898), Herz-Jesu (1902), St. Michael, Liebfrauen und St. Joseph (1915/1919). Bereits 1905 war die Pfarrei St. Cyriakus auf die neuen Kirchen aufgeteilt worden und 1916 wurde Bottrop Sitz eines eigenen Dekanats innerhalb des Bistums Münster. Weitere katholische Kirchen im Stadtgebiet sind St. Ludger in Fuhlenbrock (1929), Heilig-Kreuz (1955-1957 mit Fenstern von Georg Meistermann), St. Johannes Kirchhellen (13. Jhdt., Neubau 1917), Libori-Kapelle (1751) und St. Mariä Himmelfahrt Feldhausen (1882). 1958 kam das Dekanat Bottrop mit seinen 18 Pfarrgemeinden zum neu gegründeten Bistum Essen. Zur Zeit (2006) findet eine umfangreiche Neuorganisation der Pfarreien statt. Die Katholiken des 1975 mit Bottrop vereinigten Ortes Kirchhellen gehören auch heute noch zum Dekanat Dorsten innerhalb des Kreisdekanats Recklinghausen des Bistums Münster.
Infolge des starken Wachstums der Stadt im 19. Jahrhundert zogen auch Protestanten nach Bottrop. Sie gründeten in der Mitte des Jahrhunderts ihre eigene Kirchengemeinde und erbauten 1884 die erste evangelische Kirche, die Martinskirche. Die Kirchengemeinde Bottrop gehörte zum Kirchenkreis Recklinghausen. Bis 1960 gab es in Bottrop nur eine evangelische Kirchengemeinde, aber mehrere Gemeindebezirke. Dann wurde die Kirchengemeinde in fünf selbstständige Gemeinden (Altstadt, Boy-Welheim, Batenbrock, Eigen, Fuhlenbrock) geteilt, die den Verband Evangelischer Kirchengemeinden Bottrop bilden. Diesem Verband trat 1979 auch die Kirchengemeinde Kirchhellen als sechste Gemeinde bei. Heute gehören alle Kirchengemeinden der Stadt zum Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen.
Neben den evangelischen und katholischen Gemeinden in Bottrop gibt es auch noch verschiedene Freikirchen, darunter die Apostolische Gemeinschaft, eine Evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Baptisten) und eine Freie evangelische Gemeinde (FeG). Auch die Altkatholische Kirche, die die Kapelle des alten Krankenhauses am Kreuzkamp nutzt, und die Neuapostolische Kirche, sowie die Zeugen Jehovas sind in Bottrop vertreten.
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